radio multikulti
Ilona Marenbach

Ilona Marenbach

Eigentlich wollte ich Architektin werden oder Pilotin – Pläne entwerfen und/oder Prozesse steuern. Daraus wurde nichts.

Dafür ging ein Traum in Erfüllung, den ich so niemals geträumt habe: Ich bin Chefredakteurin des aufregendsten und vielseitigsten Hörfunkprogramms Deutschlands.

Ich arbeite mit Menschen aus der ganzen Welt zusammen. Wir sind neugierig, haben Spaß und streiten uns. Mein Job ist es, diesen Prozess zu planen und zu steuern.

Das Schicksal geht manchmal komische Umwege.

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Diese Musik macht mich glücklich...

Immer wenn ich mit dem Auto Richtung Berlin fahre und so zirka 50 km vorm Stadtrand am Autoradio kurbele, werde ich aufgeregt. Ich bin gespannt, welche Musik mich erwartet und die letzten Kilometer nach Berlin begleiten wird. Dann wird mir bewusst, welch wunderbares Juwel wir entdeckt und poliert haben. Die Musik auf Radiomultikulti macht nicht nur glücklich, sie macht auch abhängig – allerdings eine angenehme Art von HÖRigkeit.

Beim Joggen komme ich zurzeit am besten mit „Beyond Istanbul“ – einem Sampler türkischer (Pop-)Musik und „Mundial Corrida“ von Faudel voran. Aber die musikalischen Laufzeiten ändern sich je nach Wetter, Stimmung und körperlicher Verfassung.

Aus meinem Bücherregal empfehle ich...

„Istanbul“ von Orhan Pamuk. Seit dem kenne ich ein neues Wort: Hüzün. Zum Glück ist meine Leidenschaft für Melancholie und Trauern nicht sonderlich ausgeprägt.
Und immer wieder: Janet Evanovich. Ihre Krimis strapazieren nur meine Lachmuskeln. Sie sind schnell, abwechslungsreich, witzig und selbstironisch.

Diese Filme gehen mir nahe...

Ich muss gestehen, ich bin ein Tatort-Fan der übelsten Sorte. Es vergeht kaum ein Sonntag, an dem ich nicht bügelnd vor dem Fernseher stehe und mich über die schleppende Dramaturgie, langweiligen Dialoge oder nervigen Schauspieler ärgere. Und trotzdem stehe ich am nächsten Sonntag wieder mit dem Bügeleisen in der Hand im Wohnzimmer.

Hier bin ich gerne...

Im Tiergarten. Obwohl ich dort nie bleibe, sondern ihn nur durchquere, manchmal sogar nur streife. Ich habe die spannendste Laufstrecke Berlins vor der Haustür. Es ist eine Mischung aus Grünflächen, Politikzirkus und Tourismus – nichts für einsame Feld-, Wald- und Wiesenjogger. Bei den regelmäßigen Läufen habe ich den Hauptbahnhof wachsen gesehen, bin über orientierungslose Touristen am Reichstag gestolpert, habe joggenden Ministern mit Bodyguards den Weg zum Kanzleramt abgeschnitten und dabei "laufend" neue Programmideen entworfen.

Meine kulinarischen Höhepunkte

Im Winter: Mongolischer Feuertopf mit Lammfleisch, Spinat und Winterpilzen. Leider muss ich seit der Vogelgrippe auf die „hundertjährigen Eier“ als Vorspeise verzichten. Sie dürfen nicht mehr aus Asien eingeführt werden.

Im Sommer: Salat in allen Variationen

Nach dem Essen

Laufen, laufen, laufen.